Equal Pay Day

Equal Pay Day

Es ist Equal Pay Day – und die Herren der Schöpfung flippen mal wieder aus. Sicher ist ihre Argumentation aus wirtschaftlicher Sicht folgerichtig und logisch; wenn man aber die gesellschaftlichen Realitäten in Betracht zieht, sieht die Sache schon wieder anders aus. Ich denke heute darüber nach, wo das Problem eigentlich liegt. Equal Pay Day ist das rote Tuch für viele Männer, die arbeiten gehen müssen, obwohl sie eine Familie zuhause haben (oder sich vorstellen können, in Zukunft eine zu haben). Die Argumentation, die an diesen Tagen kommt, ist eigentlich immer dieselbe: Männer arbeiten durch, während Frauen üblicherweise die Erziehungszeiten in Anspruch nehmen Frauen haben deswegen generell weniger Berufserfahrung Deswegen leisten sie auch weniger Frauen arbeiten öfter in Teilzeit, dafür erhalten sie natürlich weniger Entgelt Frauen haben also mehr Freizeit und leisten insgesamt weniger Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber das ist das, was mir vorwiegend vor die Nase tanzt. Ich finde den Denkansatz grundfalsch, wenn auch nachvollziehbar. Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, der ein Rollenbild zugrunde liegt, das mit den Realitäten nichts zu tun hat. Es sieht von meinem Standpunkt aus gesehen folgendermaßen aus: Die Gesellschaft schützt Ehe und Familie (siehe Grundgesetz) Ehe ist ein Lebensentwurf, der Bestand hat Männer sind vorwiegend die Haupternährer einer Familie, Frauen verdienen maximal dazu Frauen kümmern sich um die Kinder und den Haushalt, solange es notwendig ist Deswegen bekommen die Männer Steuererleichterungen (das mit dem Ehegattensplitting) Deswegen haben die Frauen einen Anspruch auf Versorgung durch die Ehemänner Damit werden sozusagen die Frauen von ihren Ehemännern für ihre Leistung entlohnt (in Naturalien, was dann nicht auffällt) Dieses Gesellschaftskonzept hatte nach dem 2. Weltkrieg seine Berechtigung, heute ist es einfach eine Illusion. Es fängt mit dem Konzept der Ehe und der „ewigen Haltbarkeit“ derselben an. Heutzutage ist es für niemanden mehr eine Schande, geschieden zu sein; dieses Stigma hat unsere Gesellschaft gottseidank überwunden. Es ist nicht mehr erheblich, wer nun die Schuld am Zerbrechen der Lebensgemeinschaft trägt und es werden vernünftige Versorgungsausgleiche geschaffen. Trotzdem bedeutet eine Scheidung immer noch einen sozialen Abstieg. Das haben wir einerseits dem Gesetzgeber zu verdanken, der dafür sorgt, dass geschiedene Paare aufs Ganze gesehen mehr Steuern zahlen, andererseits ist es natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass zwei kleine Wohnungen mehr kosten als eine große Wohnung, dass eventuell statt eines Autos zwei da sein müssen und dergleichen. Das macht das Leben für geschiedene (und auch für unverheiratete) Paare deutlich teurer. Allein das betrachte ich als massive Ungerechtigkeit – das Steuerrecht muss hier endlich den Realitäten angepasst werden. Darüber, dass meistens die Frauen diejenigen sind, bei denen die Kinder bleiben und die dann berufliche Nachteile erleiden, weil die Kinder bei ihnen leben, lasse ich mich jetzt nicht ausführlich aus – das setze ich als bekannt voraus. Außerdem führt dieses Konzept zu gesamtgesellschaftlichen Denkfehlern; Frauen, die Kinder haben und eben nicht oder nur in Teilzeit einer Erwerbsarbeit nachgehen, haben nicht mehr Freizeit. Im Gegenteil: Sie sind üblicherweise 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche „im Dienst“. Und das … Weiterlesen

Equal-Pay-Day: Frauen arbeiten immer noch 80 Tage mehr für den gleichen Lohn

Anlässlich des Equal-Pay-Day am 21. März fordert die Piratenpartei Deutschland Familien- und Gleichstellungsministerin Kristina Schröder dazu auf, endlich die Zügel in die Hand zu nehmen und Frauen aktiv in der Verbesserung ihrer Einkommenssituation zu unterstützen. Frauen werden immer noch schlechter bezahlt als Männer – nach jeder gängigen Berechnung, egal ob sie auf Bruttostundenlöhnen, absoluten Einkommenshöhen oder auf Zahlen basiert, bei denen alle möglichen Einflussfaktoren bereits herausgerechnet wurden. Nach der unbereinigten Lohnlücke, die strukturelle Benachteiligungen wie häufigere Teilzeittätigkeiten, Arbeitsunterbrechungen durch Erziehungszeiten und schlechter bezahlte »Frauenberufe« einrechnet, verdient eine Frau für jeden Euro, den ein Mann erhält, im Durchschnitt nur 78 Cent. [1] Der in den neuen Bundesländern erheblich geringere unbereinigte Lohnunterschied von 8% macht den Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen deutlich.[2] Bundesweit sind selbst in den sogenannten Frauenberufen die Lohnlücken eklatant, eine Kassiererin verdient in Vollzeit 24% weniger, eine Friseurin 38% und eine Verkäuferin sogar 45% weniger als ein Mann im gleichen Beruf. [3] Mit »falschen« Branchen oder fehlenden Qualifikationen lässt sich das für diese Beispiele nicht mehr begründen. Selbst um strukturelle Faktoren bereinigt beträgt die Lohnlücke im Durchschnitt noch 7%.[1] »Die im Durchschnitt größten Gehaltsunterschiede finden sich jedoch bei Führungspositionen, bei Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen und in technischen Berufen.[4] Das ist ein fatales Signal, da wir gerade dort mehr Frauen brauchen. Mit besonders hoher Gehaltsdiskriminierung wird dieses Ziel schwerer zu erreichen sein. Wir fordern daher mehr Transparenz in den Gehaltsstrukturen von Unternehmen. Erst wenn allen Mitarbeitern und Bewerbern ein öffentlicher Lohnspiegel zur Verfügung steht, können sie gut informiert in Gehaltsverhandlungen treten, die zu einem gerechteren Ergebnis führen, als das bisher der Fall ist. Außerdem wird der soziale Druck durch das Sichtbarwerden von ›Schwarzen Schafen‹ positiv auf die Unternehmen wirken«, erklärt Anke Domscheit-Berg, Listenkandidatin für Brandenburg bei der Bundestagswahl 2013. Stundenlöhne bei Teilzeit liegen im Durchschnitt unter den Stundenlöhnen bei Vollzeit – im … Weiterlesen